Primus prima verhindern? Bielefelder Eltern-Initiative gibt nicht auf!

Gemeinsam Lernen von der 1. bis zur 10. Klasse
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Letztmalig gibt es in diesem Jahr in NRW für Schulträger die Möglichkeit, beim Ministerium für Schule und Weiterbildung einen Antrag auf Teilnahme am Schulversuch Primus zu stellen. Mit diesem soll erprobt werden, „welche Auswirkungen das längere gemeinsame Lernen … auf das Lernverhalten, die Leistungsentwicklung und das Sozialverhalten der Schülerinnen und Schüler hat“ (MSW, Eckpunkte). Auch soll erprobt werden ob Bildungsbiografien ohne Brüche ermöglicht werden können. Zum Beginn dieses Schuljahres wurde die erste Primus-Schule in Minden eröffnet, in diesem Jahr folgen weitere 4 Schulen in Münster, Titz, Viersen und Schalksmühle. Gerade in Münster gab es zahlreiche Hürden und Hindernisse, bevor die Primus-Schule nun im Sommer an den Start gehen kann. (Bildungsklick berichtete)

Der Schulversuch sieht vor, dass entweder eine Grundschule und eine Sek. 1-Schule zu einer Primus-Schule zusammenschließen oder sich jeweils eine Grund- bzw. Sek. 1-Schule nach „oben oder unten“ weiterentwickeln.

In Bielefeld hatte sich bereits im Frühling des vergangenen Jahres eine Initiative gebildet, die einige Infoveranstaltungen zum Schulversuch ebenso durchführte wie eine Elternbefragung, die ein ausreichendes Interesse an der Schulform ergab. Kein Wunder, denn mit der Laborschule gibt es seit 40 Jahren eine Schule in Trägerschaft des Landes, die ein ähnliches Konzept verfolgt und seit Jahren sehr viele interessierte Schülerinnen und Schüler nicht annehmen kann, da die Kapazitäten nicht ausreichen.

Nach zahlreichen Diskussionen mit Schulpolitikern aller Parteien bekundete der Schulausschuss des Rates dann auch am 1. April einstimmig seinen Willen zur Teilnahme am Schulversuch. Gleichzeitig beauftragte er die Verwaltung, alle Maßnahmen zur schulorganisatorischen Umsetzung des Schulversuches einzuleiten und durchzuführen.

Diesen Willen beschränkt nun das Amt für Schule auf lediglich eine Möglichkeit, eine Primus-Schule zu errichten. Da es keinerlei weitere Informationen für die Schulen oder gar Veranstaltungen gab, erklärte leider kein Duo aus Grund- und Sek. 1.-Schule sein Interesse an Primus. Allerdings zeigten sich 2 Hauptschulen interessiert, wovon eine bereits formal geschlossen wurde und ausläuft.

An der Grundschule im Ostmannturmviertel, ein durch viele Migrantinnen und Migranten gepräftes Viertel, wurde die Arbeit der Initiative und der Eltern, welche diese zu einer Primus-Schule erweitern wollten, erheblich behindert. Das positive Votum der Schulpflegschaft pro Primus wurde in der Schulkonferenz ignoriert und übergangen, die Befürworter von Primus durften ihre Argumente nicht darstellen.

Der Leiter des Amtes für Schule hält die Initiative Primus-Schule nicht für einen zivilgesellschaftlichen Partner, mit dem er zusammenarbeiten möchte. Auskünfte werden von ihm verweigert und eine Mitarbeiterin der Initiative bezeichnete er in einer Elternversammlung gar als „Überzeugungstäterin.“.

Die Initiative hat nun einen Runden Tisch einberufen und eine Petition auf change.org gestartet, mit der Oberbürgermeister Pit Clausen zum Einschreiten aufgefordert wird. Bislang stößt sie jedoch hier auf taube Ohren. Link zur Petition: primus.blogsport.de