Länger gemeinsam oder 10 Jahre länger getrennt lernen?

Schulkonsensgespräche von CDU, SPD und Grünen drohen Bildungsungerechtigkeit festzuschreiben
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Mit Verwunderung stellt das NRW-Bündnis Eine Schule für alle fest, dass SPD und Grüne weiterhin einen langfristigen Schulkonsens mit der CDU in NRW anstreben. Die SPD stellte in ihrem Wahlprogramm zur Landtagswahl 2010 fest: “Nordrhein-Westfalen braucht seine Kinder, seine Talente – und zwar alle! Das mehrgliedrige Schulsystem verschwendet Talente, zu viele Schülerinnen und Schüler werden abgeschult, zu viele bleiben sitzen, zu viele verlassen die Schule ohne Abschluss. Noch immer erlangen zu wenige die Berechtigung zum Hochschulzugang. Wir wollen das erfolgreiche gemeinsame Lernen in Vielfalt in den Grundschulen auf die weiterführenden Schulen übertragen.”

Die Grünen formulierten in ihrem Zukunftsplan für NRW 2010: “Wir wollen die Schule von Grund auf neu denken und gestalten. Dabei greifen innere und äußere Schulreform ineinander: Individuelle Förderung – Gemeinschaft erleben und gestalten:Gemeinsam lernen bis zum Ende der Pflichtschulzeit! ....Noch immer hängt der Bildungserfolg von der sozialen Herkunft der Kinder und Jugendlichen ab. Kinder werden im Alter von nicht einmal neun Jahren einem Ausleseprozess unterworfen. Wir müssen an den Schulen Schluss machen mit dem Abschulen, Aussortieren und Beschämen. Wir müssen aufhören zu fragen: Zu welcher Schulform passt das Kind? 

“Wir bezweifeln stark, dass diese Programmatiken mit der CDU in NRW, die weiterhin Haupt- und Förderschulen zum Aussortieren favorisiert, umgesetzt werden können, “ betont Bündnis-Sprecherin Uta Kumar. Sie könne es nicht verstehen, warum sich SPD und GRÜNE für einen faulen Kompromiss so weit von ihren schulpolitischen Positionen entfernen würden. Tatsächliche Gemeinsamkeiten seien mit den Positionen der Linken feststellbar. „SPD- und Grünen-Politiker sollten im Sinne der Rückkoppelung ihrer Politik die schulpolitische Öffentlichkeit, wie Elterninitiativen, Schülervertretungen, Gewerkschaften, Kirchen und Sozialverbände in NRW, fragen, was sie von den sogenannten Konsensgesprächen halten“, so Uta Kumar.