"Inklusion" an den Grundschulen in NRW

Neue Förderschüler_innen?
inklusion

In seinem Beitrag für die "Zeitschrift für Inklusion", Ausgabe 1/2015 kommt Autor Andreas Kloth zu einer ernüchternden Bilanz. Gleichzeitig, so Kloth, sei die Anzahl und Quote der Förderschüler_innen nicht signifikant zurück gegangen. Seine Analyse versucht, diesen Zusammenhang zu erklären und bezieht sich auf Zahlen des MSW in NRW. Danach hat sich die Inklusionsquote an Grundschulen im Zeitraum von 1991-2012 erheblich erhöht. Lag sie zu Beginn des Zeitraums bei gerade einmal 2,6 % stieg sie in 2012 auf 33,6 %. Dabei werden jedoch ganz überwiegend Schüler_innen mit den Förderschwerpunkten Lernen, emotionale und soziale Entwicklung und Sprache im Gemeinsamen Lernen unterrichtet. Gleichzeitig wurden im Schuljahr 2012/13 nur an jeder vierten Grundschule ein_e Schüler_in mit geistiger Behinderung unterrichtet; in nur 2,6 % der Grundschulkassen ist ein Kind mit geistiger Behinderung integriert. Kloth bewertet die derzeitige Entwicklung als unbefriedigend. Besonders kritisiert er die Tatsache, dass die Förderquote, also Anteil der Förderschüler_innen an allen Grundschüler_innen, von 3,7 % in 1991 auf 7 % in 2012 gestiegen ist, sich also fast verdoppelt hat. Hier wiederum hat die Zahl der Schüler_innen mit dem Förderschwerpunkt Lernen, emotionale und soziale Entwicklung stark zugenommen. Kloths Blick auf die Förderschulen stellt fest, dass der Anteil der Grundschüler_innen, die eine Förderschule besuchen, in den letzten Jahren gestiegen ist und Schüler_innen mit sogenanntem traditionellen Förderschwerpunkten (geistige Behinderung etc.) verstärkt an Förderschulen unterrichtet werden. Die Auswirkungen des 9. Schulrechtsänderungsgesetzes auf die Inklusions- und Förderquoten können nach Meinung von Kloth erst beurteilt werden, wenn die Zahlen aus dem Schuljahr 2017/18 vorliegen.

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